Ohne Förderungen sind Tourneen und Konzerte kaum noch möglich!

Carsten Friedrichs/ Howdy Partner Booking
Foto: Heiko Franz

Auf Tournee gehen und Konzerte spielen ist für Künstlerinnen und Künstler quasi die Königsdisziplin. Die direkte Interaktion mit dem Publikum ist durch nichts zu ersetzen. Und auch nicht zuletzt der ökonomische Aspekt sicherte vielen die (prekäre) Existenz.

Leider wurde in der letzten Dekade die Tourneesituation für Acts abseits des Mainstreams immer schwieriger. Zum einen brach bekanntermaßen durch die Popularität der Streaming-Plattform Spotify der Tonträgermarkt zusammen. Machten bis dato die Einnahmen aus Tonträgerverkäufen einen Löwenanteil des Einkommens von Musikerinnen und Musikern aus, brachen diese Einnahmen über Nacht weg. Folge war, dass Bands nun quasi gezwungen waren, immer mehr live zu spielen. Allein, der Kuchen wurde nicht größer. Weder das Publikum noch die Anzahl der Venues vergrößerten sich. Immer mehr Acts buhlten um das Publikum und um die Möglichkeit in Clubs aufzutreten. Hierdurch wurde es für kleinere, unabhängige Agenturen wie uns auch immer schwieriger, sich gegen die großen Platzhirsch-Agenturen mit ihrer Marktmacht zu behaupten.

Auf der anderen Seite wurden auch für die Musikvenues die ökonomischen Zwänge immer größer. Durch Corona änderte sich das Ausgehverhalten, große Teile des Publikums „verlernten“ das Ausgehen. Hohe Strompreise, Ukraine-Krieg und die ganz allgemeine Inflation treffen auch Clubbetreiberinnen und Clubbetreiber mit voller Härte. Das geschrumpfte Publikum muss das Geld zusammenhalten und die Kosten sind explodiert. Ebenso wie Musikerinnen und Musiker bewegen sich Clubbetreiberinnen und Clubbetreiber an der Grenze zur Selbstausbeutung.

Riskante Bookings auch abseitigerer Acts sind, so gerne die meisten Clubbetreiberinnen und Clubbetreiber auch solchen Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne bieten würden, aufgrund der ökonomischen Verhältnisse nicht mehr bzw. kaum noch drin und schlagen auf die Gagen der Acts durch. Mit diesen wiederum wird jedoch die Produktion einer Tournee finanziert, angefangen bei Proberaummieten über Flüge und Bahnfahrten für ausländische Acts, Sprit für den gemieteten Bandbus, Ausgaben für Mischerinnen und Mischern bis zu den ganz allgemeinen Lebenshaltungskosten.

Ohne Förderungen und Zuschüsse von staatlichen Stellen (wovor viele Acts eine Scheu haben) und vor allem von privaten Initiativen wären Tourneen und Konzerte der interessantesten Künstlerinnen und Künstlern heutzutage kaum noch möglich.
Umso dankbarer sind wir der Stiftung wissensART für die großzügige Unterstützung großartiger Acts. Die hiesige Musiklandschaft wird auch hierdurch vor einer endgültigen Verödung bewahrt.