Förderprojekte

Graffiti Workshops vermitteln Know How von Sprühdose über Skizze bis zum Piece

Im Rahmen der Ausstellung "Eine Stadt wird bunt" fördert die Stiftung wissensart das Graffiti Workshop-Programm, geleitet von Oliver Davis Nebel.

Im Rahmen der Ausstellung EINE STADT WIRD BUNT fördert die Stiftung Wissensart das Graffiti-Workshop-Programm, geleitet von Oliver Davis Nebel. Der seit 1988 im Bereich Workshops engagierte Street-Artist und Co-Kurator des Ausstellungsprojekts sagt: „Wir sind offen für alle Altersgruppen. Erst einmal sprechen wir alle Interessierten von 10 bis 99 Jahren an. Der Schwerpunkt liegt aber auf 10- bis 15-jährigen Kids.“ Um mitmachen zu können, braucht es keine Vorkenntnisse, nur Interesse. „Ich sage mal, man muss kein Talent mitbringen. Das ist erst einmal nicht wichtig, weil bei dem Workshop geht es sehr viel um Technik. Also wie funktioniert eine Sprühdose? Was muss ich vorher dafür erledigen?“ Denn bevor mit der Dose gesprüht werden kann, muss zuerst eine Skizze gemacht werden. „Ich muss dafür Stifte haben. Papier. Wie sieht der Entwurf aus? Was ist, wenn der Entwurf scheiße wird? Ich beurteile oder benote das auch nicht, was dort gemalt wird. Weil das ist immer das Eigene. Das ist beim Graffiti ja auch so. Ich mache mein Bild so, wie ich das will, so wie ich das kann. Und dann kommen halt durch die Technik die Tricks und Kniffe hinzu.“

Aus Erfahrung weiß Oliver Davis Nebel, dass bei altersmäßig gemischten Gruppen die Älteren den Jüngeren helfen. Für die jetzt im Museum für Hamburgische Geschichte geplanten Workshops wird das Dosen-Material gestellt. „Was man mitbringen muss, ist gute Laune, Lust und Ausdauer. Und keine neuesten Klamotten,weil wir malen. Es ist keine Fashion Show. Es ist ein Graffiti Workshop.“

Rückblickend stellt Oliver Davis Nebel fest, dass sich die Graffiti-Szene in den letzten 40 Jahren stark verändert hat. „Die ersten. 20 Jahre waren geprägt von vielen Regeln, obwohl es keine gab. Es war immer das Graffiti. Du kannst dich ausleben. Aber es gab viele Regeln. Man durfte nichts abkleben, nicht mit Pinsel arbeiten, man musste also alles mit der Dose machen. Auch Fotorealismus war verpönt. Die Werkzeuge haben sich geändert, die Offenheit hat sich geändert. Du kannst auch heute mit Farben und abstrakten Formen arbeiten und Graffiti machen. Du musst nicht nur einen Buchstaben machen oder Character. Also es ist sehr, sehr, sehr breit und sehr offen geworden.“ Auch er selber musste lernen, sich zu öffnen. Das betraf auch verschiedene Stile. Während anfangs viele Dogmen zu berücksichtigen waren, ist heute alles offen, vielfältiger und diverser als vorher.

 

Was ist geblieben von der anfänglichen Rebellion, Aufmüpfigkeit und Provokation? „Das gibt es immer noch. Das ist noch  lebendig. Ich nenne das immer das Ying und Yang-Graffiti. Du hast halt die legale und die illegale Seite. Und die illegale Seite nimmt sich ihren Raum, geht auch über Grenzen hinaus. Auch über Respekt. Also auch das passiert leider. Aber dadurch bleibt es immer so lebendig, weil wir diese beiden Arten haben. Und die Legalen suchen sich ihren Platz und die Illegalen ihren anderen Platz.“

 

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