Projekt

Was macht STREET ART mit Stadt und Gesellschaft? 2024

Dieser Frage möchte das Urban Art Institute e.V. gemeinsam mit der Stiftung wissensART im Studio Kino Hamburg nachgehen.

Im Rahmen einer Filmreihe rund um Graffiti und Street Art lässt das Projekt Walls Can Dance an vier Dienstagen die Leinwände tanzen. Es wird eingeladen zu einem Diskurs, über die Frage, was Kunst an Wänden abseits gängiger Klischees bedeuten kann, oder muss?

Im Anschluss an die Filme wird es jeweils ein durch das Urban Art Institute e.V. und die Stiftung wissensArt co-moderiertes Publikumsgespräch mit den Regisseur*innen und weiteren szenenahen Gästen geben.

Um Anmeldung wird gebeten!

30.04., 19:30 Uhr
EIFFE FOR PRESIDENT- ALLE AMPELN AUF GELB
Im Mai 1968 kommt niemand an ihm vorbei: Tag und Nacht ist Peter Ernst Eiffe, aufgewachsen in einer hanseatischen Familie, in Hamburg mit dem Filzstift unterwegs und überzieht Toiletten, Verkehrsschilder, Briefkästen mit seinen Sprüchen. Vermutlich ist er der erste Graffiti-Tagger Deutschlands. Höhepunkt seiner Karriere: Er fährt mit einem Fiat Topolino in die Wandelhalle des Hauptbahnhofs und ruft die »Freie Republik Eiffe« aus. Zwangseingewiesen in die Psychiatrie, gründet er die Partei »Eiffe Brothers«. Weihnachten 1983 entweicht er aus der Anstalt und wird Monate später erfroren aufgefunden. In den 1990er-Jahren fangen der Filmemacher Christian Bau und Artur Dieckhoff an, sich mit Eiffe zu beschäftigen. In ihrem Dokumentarfilm »EIFFE FOR PRESIDENT« erzählen sie seine Geschichte. Verwandte, Freunde, Weggefährten erinnern sich und schildern seinen Werdegang vom Adoptivsohn eines hohen Nazi-Beamten zum Außenseiter der APO.

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Theo Bruns, Verleger Assoziation A, über „Eiffe For President:  Mehr als ein Film nur über Graffiti

Was mich jedes Mal beeindruckt, wenn ich diesen Film sehe, ist seine Vielschichtigkeit. Es gilt: Eiffe, der erste Graffiti-Writer Hamburgs oder Deutschlands, der er sicher war. Aber dieser Film erzählt viel mehr und auch sehr widersprüchliche Geschichten. Es ist ein Film über die 68er-Revolte, wie stark die Revolte noch geprägt war von der NS-Vergangenheit, von den NS-Tätern, von der Geschichte der Eltern-Generation. Es ist ein Film über die Zustände in der Psychiatrie. Es ist ein Film über Graffiti und die Gestaltung des öffentlichen Raums. Und der Film schafft […] eine Verbindung zum Dadaismus und Situationismus. Es geht heute weiter darum, den öffentlichen Raum zu verteidigen, sich den öffentlichen Raum anzueignen, ihn zu gestalten, ohne nach Genehmigung zu fragen. Es sind diese Impulse, die in dem Film „Eiffe for President“ präsent sind, die wichtig sind, die auch mal erlöschen, die bewahrt werden und wieder neu aufgegriffen werden. Zum Film ist dann bei Assoziation A 2019 ein Buch erschienen, welches ein Jahr später zum besten Hamburg-Buch des Jahres gekürt wurde. Darauf bin ich auch ein bisschen stolz.

https://www.assoziation-a.de/buch/Eiffe

 

14.05., 19:30 Uhr
STREET ART- DIE VERGÄNGLICHE REBELLION
Die Dokumentation porträtiert unterschiedliche Künstler:innen bei ihrem Tun und zeigt die Erschaffung von Street Art beim Entstehen. Schlaglichter fallen auf die Philosophie, Techniken und Überzeugungen ebenso wie den Blickwinkel der Betrachter:innen, welche die Kunst suchen, sammeln und teilen. Street Art als wahrhaft politische Kunstform wird als globales Phänomen gezeigt und stellt die Frage: Welchen gesellschaftlichen Einfluss hat Street Art?
58 Min. | Deutsch (mit Englischen Untertiteln)

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28.05., 19:30 Uhr
MARTHA COOPER- A PICTURE STORY
Martha Cooper ist keine Legende oder Ikone. Es ist viel einfacher, viel schöner: Martha Cooper ist eine Fotografin, die es geschafft hat, sich ihre Flamme im Herzen bis heute zu bewahren.

Ihre Fotos sind charakteristisch, auf den Moment fokussiert. Es sind Schnappschüsse und Momentaufnahmen, getrieben von Neugier und Leidenschaft. Sie entstehen in Situationen und im Umgang mit Menschen. Und genau darum geht es: Ungetrübte Perspektiven, ohne Filter und Inszenierung. Der rohe, aufs Wesentliche reduzierte Blick – aus Interesse am echten‘ Bild und aus Wertschätzung gegenüber ihrem Motiv.

Begonnen hatte es im Jahr 1946, mit ihrer ersten Kamera. Rausgehen, um Fotos zu machen. Darum ging es schon damals, als sie mit ihrem Vater umherzog. Viele Jahre später, sie reiste um die Welt, arbeitete hier und dort, als Fotografin und für verschiedene Zeitungen und kam irgendwann an, im New York der 1970er Jahre. Die Stadt lag am Boden. Bezirke brannten, die Unterschiede waren groß, die Ungerechtigkeiten noch größer. Und dennoch, Martha Cooper fuhr umher, suchte in dieser Stadt ihre Bilder, die Menschen in ihren Vierteln, die Kinder und Jugendlichen, die trotz aller Widrigkeiten ihre Umgebung gestalteten und bespielten. Und mittendrin, junge Menschen, die ihre Namen malten. Tags, kleine Pieces oder Wholecars, Graffiti war überall, genau wie Martha. Sie fotografierte, unerlässlich und über viele Jahre. Unzählige Züge, Graffitis und Aktionen, alles hielt sie mit ihrer Kamera fest. Sie schuf ein Archiv, das seinesgleichen sucht und veröffentlichte 1984, zusammen mit Henry Chalfant, eines der bedeutendsten (und meistgeklauten und -kopierten) Bücher der Graffiti-Geschichte: Subway Art. Ob sie wollte oder nicht, spätestens jetzt war ihr ein Platz in den Graffiti-Memoiren dieser Welt sicher und ihr Weg zu einer der bekanntesten Straßenfotografinnen vorgezeichnet.
Und ja, sie fotografiert noch immer.

Selina Miles ist es zu verdanken, dass diese beeindruckende Geschichte und vor allem Martha Cooper, mit diesem Film eine Würdigung erhält, die ihr, ihrem Tatendrang und ihrer Leidenschaft gerecht wird. Dafür an dieser Stelle, Danke Selina.
82 Min. | Englisch (mit Deutschen Untertiteln)

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11.06., 19:30 Uhr
STICKER MOVIE
Sticker Movie zelebriert die weltweite Kultur des Klebens durch Straßenfotografie, Street Art, Ausstellungen und Menschen jeden Alters und Hintergrunds, die eine internationale Gemeinschaft der ungewöhnlichen, aber verborgen überall sichtbaren Art bilden. Es ist ein Film von Stickerenthusiast:innen für Stickerfans – ein farbenfrohes Mosaik an Geschichten, von den Stickersüchtigen, Künstler:innen und Sammler:innen erzählt, die diese Kultur zum Leben erwecken, fortführen, neu erfinden und mit der Welt teilen.
55 Min. | Englisch

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Um Anmeldung wird gebeten unter: https://wallscandance.de/filmreihe-studio-kino

Die Veranstaltungen sind kostenfrei.

 

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