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„Eine Stadt Wird Bunt, Hamburg Graffiti History 1980–1999“ geht am 7. Januar 2024 zu Ende!

Eine Stadt wird Bunt

„Eine Stadt Wird Bunt, Hamburg Graffiti History 1980–1999“ geht am 7. Januar 2024 zu Ende!

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© Sinje Hasheider, Stiftung Historische Museen Hamburg (SHMH)

Im Jahr seines 100-jährigen Jubiläums präsentiert das Museum für Hamburgische Geschichte mit der Ausstellung ‚Eine Stadt Wird Bunt’ mit aktuell 100.000 Besuchern seit dem 2.11.2022 eine der erfolgreichsten Sonderausstellungen des Hauses. Eine derjenigen, die das Projekt von Anfang an vorangetrieben hat, ist die Direktorin des Museums für Hamburgische Geschichte Prof. Bettina Probst.

Marita Brinkmann hat mit ihr ein Interview geführt.

https://www.shmh.de/ausstellungen/eswb/

Was macht den Erfolg der Ausstellung „EINE STADT WIRD BUNT!“ aus? 

Ein großer Erfolg der Ausstellung hängt mit den vier Kuratoren selbst zusammen. Oliver Nebel, Frank Petering, Mirko Reisser und Andreas Timm sind seit den späten 1980er Jahren aktive Graffiti-Writer und haben bereits für das Buch EINE STADT WIRD BUNT! wahnsinnig viel Material zusammengetragen. Zudem hatten sie pfiffige Ideen, wie sie dies auch in eine Ausstellung einbringen können. Die Ausstellung basiert zwar auf der umfangreichen Publikation EINE STADT WIRD BUNT! Hamburg Graffiti History 1980–1999, aber ein Buch zu machen, ist etwas anderes als eine Ausstellung zu realisieren. Die Kuratoren konnten die Originalexponate, Fotografien, Skizzen, Plakate, Magazine oder Textilien auch visuell ansprechend präsentieren und das Thema angemessen und mit viel Engagement vermitteln. Natürlich mit einem guten Gestalter und einem guten Team aus unserem Haus an ihrer Seite.

Darüber hinaus konnte durch ihr großes Netzwerk und dadurch, dass die Szene auch mitgearbeitet hat, in der Öffentlichkeit eine enorme Reichweite generiert werden, die wir über klassische Marketing Tools gar nicht hätten erreichen können. Die Ausstellung hat sich herumgesprochen – auch durch die tollen Kuratoren-Führungen am Donnerstagabend. Viele Gäste sind nach Wochen nochmals wiedergekommen und haben andere Leute nach sich gezogen. Immer wieder wurden Empfehlungen ausgesprochen. Deshalb sind so viele Menschen zu uns ins Museum gelangt, die vorher noch nie bei uns im Haus, vielleicht auch noch niemals in einem Museum waren.

War es eine besondere Herausforderung für das Museum und für Sie, an so ein sicherlich kontroverses Thema heranzugehen?

Nein, überhaupt nicht. Noch vor meinem Amtsantritt stand ich nach einem Besuch der Viermastbark PEKING im Hamburger Hafen zufällig unter der Argentinienbrücke auf der Veddel, habe die Graffitis dort betrachtet und gedacht, Graffiti wäre auch mal ein gutes Thema für ein Stadtmuseum. Über Jan Lorenzen, den Leiter Marketing in der Stiftung Historische Museen Hamburg, zu der das Museum für Hamburgische Geschichte gehört, habe ich dann Mirko Reisser kennengelernt. Eines kam zum anderen. Schnell haben wir uns gefragt, warum machen wir nicht etwas zusammen? Der Kuratoren-Crew war es wichtig, das Thema Graffiti in einem Stadtmuseum zu zeigen, weil die Thematik etwas mit Stadtgeschichte und insbesondere mit dem Stadtbildwandel zu tun hat. Wie hat Graffiti dieses graue Nachkriegs-Hamburg verändert, was ist in der Stadt passiert, wie wurde in der Stadt damit umgegangen? Graffiti ist ein gesellschaftlich relevantes Thema und ein gegenwärtiges Phänomen. Für mich ergab sich daraus keine besondere Herausforderung, eher ein Impuls.

Gab es Widerstände aus Kreisen der Politik oder von Seiten des Stammpublikums, weil das Thema Graffiti sich noch immer nicht einer uneingeschränkten Akzeptanz erfreut? Stichwort: Schmierereien.

Natürlich gab es von einigen Seiten auch Kritik oder die Frage im Vorfeld, sollte man dem Thema eine Bühne geben? Aber man kann es ja auch nicht weg reden. Im Museum gehört es dazu, dass manche Themen sofort auf allgemeine Akzeptanz stoßen, andere teils in Frage gestellt werden.

Einmal hatten wir ein Graffiti Piece an der Hausfassade. Das war keine Schmiererei, sondern eher eine passende Werbung für die Ausstellung. Wir haben uns dann aber doch dafür entschieden, das Graffiti zu entfernen, weil wir unter keinen Umständen hätten erlauben oder tolerieren können, wenn Graffitis am denkmalgeschützten Haus überhandgenommen hätten.

Es gab schon den einen oder die andere, die auch diese Sorge hatte. Aber nein, das Wagnis sind wir eingegangen, und ich muss sagen, die Szene hat uns mit sehr viel Respekt behandelt. Insofern war und bin ich darüber sehr glücklich. Es war gut, dass wir resp. die Kuratoren mit dem Container vor dem Haus die Graffiti-Workshops durchgeführt haben, um die Kreativität junger Menschen zu fördern und ihnen legale Möglichkeiten für das Sprühen zu bieten. Auch haben wir durch die Tag-Wand in der Ausstellung jedem Gast eine Möglichkeit geboten, ein Zeichen von sich zu hinterlassen und so ein Teil der Ausstellung zu werden.

Gab es auch Anerkennung aus musealen Kreisen?

Es gab viel Lob für diese Ausstellung, nicht nur aus musealen Kreisen – auch von Architekten und Gestaltern, die zu uns ins Haus kamen, die uns alle zur Ausstellung beglückwünscht haben. Auch die von der Kulturstiftung des Bundes geförderte App „Unsere Stadt wird bunt!“ wurde als bereichernd wahrgenommen.

Es gab allerdings auch Kritik mit Blick in das Besucherbuch. Auch habe ich das eine oder andere Gespräch in Erinnerung und Fragen wie zum Beispiel: warum keine oder wenig Frauen in der Ausstellung berücksichtigt wurden, oder warum wir uns nicht mehr mit Hip-Hop beschäftigt, nicht mehr Schwarze Musik präsentiert haben? Ich würde das als Anregung aufnehmen, sich mit diesen Themen weiter zu befassen. Wenn wir noch mehr in Richtung Musik gegangen wären, noch mehr in die Hip-Hop-Kultur, wäre es eine andere Ausstellung geworden. Es muss nicht die letzte sein, die sich mit diesem Themen-Spektrum beschäftigt.

Das Museum wird jetzt renoviert und Sie haben Zeit bis zur Wiedereröffnung. Haben Sie schon ein ähnlich attraktives Thema in Planung, womit Sie wieder die Massen ins Haus locken wollen?

Das ist eine gute Frage, aber sie kommt ein wenig zu früh. Wir müssen erst einmal Planungssicherheit darüber gewinnen, wann wir wieder in den Ausstellungsbetrieb einsteigen können. Klar, drei Jahre vorher sollten wir schon wissen, worauf es hinauslaufen wird. Die Frage dürfen Sie mir in gut eineinhalb Jahren noch einmal stellen.

So ein erfolgreiches Thema, das viele Leute ins Haus lockt, möchte man natürlich gerne wiederholen, oder?

Ich gehöre zu den Anhängern der Theorie, dass sog. Erfolgsmodelle nicht direkt übertragbar sind. Das Thema zu wiederholen, würde ich nicht machen, aber es gibt natürlich andere, ähnliche Themen, die junge Menschen ansprechen oder auch generationsübergreifend sind. Letzteres mag im Übrigen auch zum Erfolg dieser Ausstellung beigetragen haben: Da sind Väter (und Mütter) mit ihren Kindern hingegangen, die früher vielleicht selbst in der Szene aktiv waren oder wie ich auch in den 1980er-Jahren erwachsen geworden sind. Das Thema Graffiti ist für die Generation genauso spannend, die damit aufgewachsen ist oder das mitverfolgt hat, wie jetzt für die jungen Menschen, die die Kunst spannend finden oder sich mit Street Art auseinandersetzen.

Wenn wir solchen Themen nachspüren, die generationsübergreifend interessant sind, die für junge Leute, die auch für eine bestimmte Szene interessant sein könnten, und wir als Stadtmuseum Ausstellungen realisieren, die auch Spaß machen und zudem etwas unverkrampfter mit Themen umgehen, haben wir gute Chancen, auch ein nicht museumsaffines Publikum zu erreichen.

Es gibt genug Themen, die sehr spannend für die Zukunft sind. Aber das bleibt es noch ein bisschen abzuwarten. Es geht mir zudem nicht nur um eine oder die erste Ausstellung nach der Wiedereröffnung, sondern darum, was ich, was wir im Museum zukünftig stärker machen möchten. Wenn wir wieder an den Start gehen, werden wir sicherlich ein paar Ideen und Themen an der Perlenkette haben, von denen wir sagen können, die realisieren wir jetzt in den nächsten zwei, drei Jahren.

Da kann ich Ihnen wirklich nur genauso viel Erfolg wünschen, wie bei „EINE STADT WIRD BUNT!“ und ich danke Ihnen sehr für das Interview.

Ich danke Ihnen und Ihrer Stiftung sehr für Ihre Unterstützung!

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    Oliver Davis Nebel und Mirko Reisser präsentieren FLASHBACK.

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    Aufarbeitung und Erhalt von Graffiti am Kulturdenkmal KulturQuartier Schauspielhaus Erfurt

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    Wissensart Film und Diskussion Unlock Bookfair

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    EIFFE FOR PRESIDENT - ALLE AMPELN AUF GRÜN

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    Heimatversuche IV

    Ein Theaterprojekt der Embassy of Hope

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    Corona Studie Ergebnis

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    „Druck und finanzielle Abhängigkeit wurden verschärft“

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  • Corona Studie
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    „Das hat mir schwer zugesetzt“

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  • Literatur, Theater, Ausstellungen
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    Dürfen Frauen wütend sein?

    Analog zur Ausstellung „Like Water“ hat sich die Stiftung wissensART mit dem Thema Wut und Weiblichkeit auseinandergesetzt

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    Barrett Zinn Gross aka VANDAL über die Anfänge der New Yorker Graffiti-Kultur

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    Image placeholder „Ich mag Lesungen, wenn viel gesprochen und diskutiert wird.“

    „Ich mag Lesungen, wenn viel gesprochen und diskutiert wird.“

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    Deichtorhallen: States of Rebirth

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    Sanja Ewald – einer Vortrag über Graffiti

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    Thomas Röske über Schnittstellen zwischen Graffiti und Outsider Art

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    Timo Jacobs zur Situation während der Corona-Zeit

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    mit Cilgia Gadola

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    Interview mit der Schriftstellerin Paulina Czienskowski

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  • Literatur, Theater, Ausstellungen
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    „Eine Stadt Wird Bunt, Hamburg Graffiti History 1980–1999“ geht am 7. Januar 2024 zu Ende!

    Direktorin des Museums für Hamburgische Geschichte Prof. Bettina Probst zum Ausstellungserfolg

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    Filmreihe zu Street Art und Graffiti im Herbst 2024

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    wurde von der Stiftung wissensART gefördert